Weniger Risikobereitschaft bei Frauen?
Risikobereitschaft ist anerzogen, nicht angeboren
Geschlechter-Studie von Alison Booth und Patrick Nolen von der Universität Essex.
Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge sind Geschlechterunterschiede im Risiko- und Wettbewerbsverhalten dafür verantwortlich, dass Frauen weniger verdienen als Männer und in Führungspositionen unterrepräsentiert sind. Auch leistungs- oder erfolgsorientierten Entlohnungsmodellen stehen sie ablehnender gegenüber. Bisher nicht berücksichtigt wurde hierbei allerdings die Frage, ob Frauen von Natur aus Risiken meiden oder erst durch äußere Einflüsse dazu veranlasst werden.
Die Erziehung trägt maßgebend dazu bei, dass Frauen Risiken und Wettstreitereien eher scheuen als Männer: In einem Experiment haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Schülerinnen in reinen Mädchenschulen fernab der Eltern im Durchschnitt ebenso risikobereit sind wie Jungen.
Daraus folgern die Wissenschaftler, dass erzieherische Einflüsse und der soziale Umgang mit Gleichaltrigen die Entwicklung “typisch weiblicher” Verhaltensweisen verstärken, die mitunter im Berufsleben zu Nachteilen führen können.
“Unsere Studie legt jedoch nahe, dass Eltern und Lehrer verstärkt darauf hinarbeiten sollten, die Herausbildung potenziell schädlicher Geschlechterstereotypen in einem solchen Umfeld zu minimieren.”
Der Artikel der ‘Morgenpost‘
